Liebe Leserin, Lieber Leser

nach vierwöchiger Auszeit bin ich an meinen Schreibtisch zurückgekehrt. Mit einem Kopf, in dem wieder Platz für neue Ideen und Projekte ist. Vier Wochen habe ich in der Natur verbracht, die Schönheit und vor allem die Einsamkeit genossen (keine Mails, keine großen Verpflichtungen, keine Termine). Vier Wochen habe ich meine Kinder dabei beobachtet, wie sie immer (es sei denn, sie schliefen) etwas gemacht haben. Motivationsschwierigkeiten oder Ideenlosigkeit kannten sie überhaupt nicht. Im Spiel wurde ein Stein gefunden, der unmittelbar ins nächste überleitete, um nur unterbrochen zu werden, weil unbedingt ein Bild gemalt werden wollte. Keines der Kinder fragte sich jemals nach dem Sinn oder nach der Qualität des kreativen Outputs.
Sie machten einfach.

Diese unbändige Freude am Schaffen - ohne von Anfang an auf ein möglichst gutes Ergebnis zu schielen und sich dadurch selbst zu beschneiden - ist etwas, das in meinen Augen für einen kreativen Prozess wahnsinnig wichtig ist.
Aber zu oft ist dieser Prozess in meinem Erwachsenenleben von dem Gedanken an Effektivität überschattet. Ich möchte mir jedoch unbedingt etwas davon zurückholen. Deshalb versuche ich gerade ein Schreibexperiment nach einer Idee von Lynda Barry. Bevor ich mit der eigentlichen Arbeit beginne, schreibe ich jetzt sieben Minuten lang einfach irgendetwas. Was ist völlig nebensächlich, es muss nicht mal Sinn machen, man darf nur nicht darüber nachdenken.
Ich bin auf den Prozess gespannt, der entstehen wird (noch krampft meine Hand nach sieben Minuten unablässlichem Schreiben, weil sie ans Tippen gewöhnt ist) und werde berichten.