Liebe Leserin, Lieber Leser,

Ich schreibe, um mich selbst in der Welt zu begreifen. Das ist mir in den vergangenen Wochen durch den Kontakt zu vielen Leserinnen und Lesern noch einmal sehr deutlich geworden. Wenn sie mir berichtet haben, welche Denkprozesse meine Romane in ihnen auslösten, dann war einiges davon deckungsgleich mit inneren Prozessen, die in der Zeit des Schreibens in mir abliefen. Über die Arbeit an einem Manuskript fange ich tatsächlich jedes Mal an, mich intensiv mit meinen Gefühlen auseinanderzusetzen. Wenn ich die Geschichte beendet habe, hört diese Auseinandersetzung längst nicht auf, sondern befruchtet wieder das nächste Buchprojekt. Insofern hängt alles miteinander zusammen, auch wenn ich nach vier historischen Krimis das Romangenre für mich entdeckt habe. Aber viele Elemente bearbeite ich immer wieder:
Die Auseinandersetzung mit dem Nationalsozialismus inspirierte mich zu meinem allerersten Buch. In meinen neuen Roman „Morgen bist du noch da“ findet die deutsche Vergangenheit in einer Erinnerungs-Ebene wieder Einzug. Den Verlust eines Kindes beschrieb ich nicht erst in meinem Roman „Irgendwie mein Leben“, sondern flechtete ihn bereits in meinem zweiten und vierten Krimi ein. Und auch in mein aktuelles Buchprojekt fließt das Thema ein.

Ich empfinde es als unheimlich großes Geschenk, mich durch und mit dem Schreiben so verorten zu können.