Liebe Leserin, Lieber Leser,

In den Medien werden je nach Standpunkt die Gefahren oder Möglichkeiten des E-Books heraufbeschworen, das in naher oder ferner Zukunft das Papierbuch immer mehr vom Markt drängen wird, wie es in den USA schon der Fall ist. Ja, es wird kommen, es ist schon da, doch auch wenn ich das Papierbuch liebe, vielleicht hat die Entwicklung etwas Gutes. Wenn die Schrift des Textes zu klein ist, braucht man keinen Großdruck oder eine Lupe, um alle Romane lesen zu können, die man will. Und vielleicht gibt es Bücher, für die nicht unbedingt ein Regenwald gekillt werden muß. Aber dennoch wird es immer Bücher geben, die die Leser gerne im Regal stehen haben. Weil diese Bücher besonders liebevoll aufgemacht sind.
Weil man sie mehrmals lesen will und beim wiederholten Lesen Notizen auf den Seiten vorfindet, die schöne Erinnerungen wecken.
Weil bei diesen Bücher womöglich die haptischen, sinnlichen Eigenschaften verstärkt werden.

Wenn die Verlage immer mehr auf E-Books setzen, machen sie sich letzten Endes selber überflüssig. Amazon exerziert das ja schon vor.
Wie wär's denn mal mit einem enhanced (erweiterten) P-Book?

Ich träume von einem Buch aus meiner Feder, das auf schwerem, griffigen Papier gedruckt ist. Zwischen den Kapiteln transportieren Illustrationen den Inhalt auf eine optisch ansprechende Ebene. Ein besonderes Lesezeichen wird jedem Buch beigelegt. Und ganz am Ende stehen Fragen, die den Leser/ die Leserin auf neue Ideen bezüglich des Inhalts bringen. Selbstverständlich ist auch Platz für die eigenen Leseeindrücke, vielleicht eine Art Klappe, in die man ein Foto oder einen Notizzettel stecken - und somit eine Lesespur hinterlassen - kann.
Man wird ja noch träumen dürfen...